Schminken – eher natürlicher Look oder kunstvoll?

Ist es eine Frage des Alters, wie wichtig es ist, sich doll zu schminken oder eine Frage des Typs? Lässt sich wahrscheinlich nicht pauschal beantworten – Clara und Constanze handhaben das mit dem Schminken jedenfalls grundverschieden und haben beide ihre Gründe dafür.

 

Das sagt Constanze

Ich habe vor kurzem einmal zugesehen, wie sich Clara schminkt. Ehrlich gesagt, war ich ziemlich beeindruckt. Da gibt es zig verschiedene Pinsel, Puder von hellbeige bis dunkelbraun, Tuben, Dosen, Stifte … eine ganze Schublade voll mit Utensilien. Dabei wüsste ich bei 80 Prozent der Dinge nicht einmal, was ich damit tun sollte.

Wenig und schnell

Bei mir sind tatsächlich nur 3 Sachen im Gebrauch beim Schminken: Eine getönte Tagescreme, Mascara und ein Augenbrauenstift für die Kontur. Fertig! Und ja, sicherlich könnte ich mehr machen, aber wenn ich das selbst mache, finde ich mit zunehmenden Alter, wirkt das Ganze wie eine Maske. Eigentlich – wenn ich drüber nachdenke – finde ich auch mit jüngerem Alter wirkt das meist wie eine Maske. Nichts gegen professionelles Make-Up. Das sieht toll aus, aber ist halt nichts für den Alltag, finde ich. Und es muss WIRKLICH gut gemacht sein, sonst erkennt man gar nicht mehr die Person, die es trägt.

Kennt ihr diese Videos, wo sich Menschen schminken und hinterher denkst du: Krass, da ist ja nichts mehr echt? Falsche Wimpern, Perücke und Zähne vielleicht noch inklusive. Das finde ich dann doch irgendwie erschreckend.

Ausprobieren in der Jugend

Ich habe mich gerade noch mit einer Freundin unterhalten. Auch wir haben uns früher mehr geschminkt. In der Jugend musste es dann der dunkelrote Lippenstift sein, die tiefschwarz-umrandeten Augen und Lidschatten in allen möglichen Schattierungen. Heute denke ich: Farbeimer. Aber damals fand ich eben, dass ich dadurch erwachsener wirkte.

Ich finde das bei Clara dann auch manchmal ein bisschen zu viel des Guten, aber grundsätzlich hat sie das schon raus mit dem Schminken. Wir hatten damals allerdings auch keine Youtube-Videos, die uns das Schritt für Schritt erklärt haben. Da gab es nur die Zeitschriften mit ein paar erklärenden Fotos und dann wurde ausprobiert … das Ergebnis war dann oft leider fern dem, was da auf dem Foto zu sehen war – *haha*. Und ich glaube, es gab auch viel weniger Produkte als heute. Oder habe ich das nur verdrängt?
 

Das sagt Clara

Schon als ich klein war habe ich es geliebt, meinen kleinen Schminkkasten rauszuholen und großzügig tausende Farben in meinem Gesicht zu verteilen. Ausgesehen habe ich danach wahrscheinlich eher wie ein Clown, als schön geschminkt, aber ich habe mich wie das hübscheste Mädchen weit und breit gefühlt.

Erstmal dezent

Später wollte ich mich dann im Alltag ein wenig schminken. Meine Mama war nicht so begeistert – zum Glück, muss ich heute sagen, denn ich möchte nicht wissen, wie ich dann rumgerannt wäre. Sie meinte, mit dreizehn dürfte ich ab und zu Mascara tragen. Das hab ich dann natürlich gemacht und mit vierzehn kamen noch ein wenig Concealer, Bronzer und Lipgloss dazu. Ich habe mich, bis ich sechzehn geworden bin, eigentlich immer sehr dezent oder gar nicht geschminkt.

Jetzt auch mal gerne stark geschminkt

Letztes Jahr habe ich dann angefangen, mich etwas stärker zu schminken. Ich bin dann auch manchmal ein wenig auf die Emo-Schiene, also starkes, schwarzes Augen Make Up und auch öfter Lippenstift. Auch wenn meine Mutter das nicht so „Bombe“ findet –  aber das ist mir ziemlich egal. Ich entscheide selbst, was ich an mir mag, genauso wie meine Haarfarben, die bei mir alle paar Monate variieren. Aber meine Mutter akzeptiert das eigentlich immer.

„Feel pretty“ in schlechten Zeiten

Das Schminken hat mir aber auch vor allem während des Lockdowns geholfen, ein wenig Struktur in mein Leben zu bringen. Die ganze Woche in Jogginghose rumzuhängen, tut auf Dauer nicht gut. Deswegen schminke ich mich immer am Wochenende und mache mich ein wenig schick, auch wenn ich nur spazieren gehe. Geschminkt fühl ich mich dann einfach mal wieder ein bisschen hübscher und selbstbewusster, wenn ich eine harte Woche hatte.

Wie seht ihr das denn so mit dem Schminken? Lieber weniger oder gerne auch mal mehr?

Ein Gedanke zu „Schminken – eher natürlicher Look oder kunstvoll?

  • Catharina sagt:

    Genau das sollte es bei mir damals sein: eine Maske! Knallroter Lippenstift oder ein kräftiger, nach aussen ordentlich verlängerter Lidstrich – das sollte nicht hübsch sein, sondern gefährlich! Mit 16/17 kann ein Harnisch manchmal nicht schaden. Auf Hübsch bzw. in meinem Fall nun Jünger schminken habe ich erst später gelernt – von meinem schwulen Frisör. Das führt dann dazu, dass man, wenn man eben ungeschminkt kurz in den Supermarkt springt, gefragt wird, ob es einem nicht gutgeht (genervt nach oben glotzendes Emoji)! Aber dafür habe ich ja jetzt meine FFP2-Maske (heulendes Emoji) – vielleicht kaufe ich mir demnächst eine mit rotgeschminkten Lippen…

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